Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Kurz

Die Basics: Ernährung, Training, Adherence

Als ersten Blog-Eintrag soll es um ein Thema gehen, das allgemeiner nicht sein könnte: Die Grundlagen, die Big Points – die Basics. In diesem Artikel soll es nicht primär darum gehen, diese Basics zu nennen, zu erklären und zu diskutieren. Es geht mir vielmehr darum, in Erinnerung zu rufen, welchen Stellenwert sie einnehmen und vor allem auch, dass sie viel zu oft vergessen oder unterschätzt werden.

„Anyone great at anything is brilliant at the Basics“ – „Jeder, der gut in irgendetwas ist, ist herausragend in den Grundlagen.“

Ein Zitat von Dewey Nielsen, das die Sache sehr gut beschreibt. Ich selbst predige Kunden und anderen Personen, mit denen ich über Training oder Ernährung spreche, immer wieder, dass sie sich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren sollen, bevor sie sich mit dem Feintuning befassen.
Jetzt würden die meisten sagen „Ja, ist doch logisch.“ Doch oftmals geschieht eben das nicht. Der Grund ist, dass die Basics einen Großteil des Handelns ausmachen, das uns ans Ziel bringt. Oftmals sind damit Änderungen verbunden. Und diese zwingen uns, einen großen Schritt aus unserer Komfortzone herauszutreten.

Im Training sind die zwei wichtigsten Basics, regelmäßig und hart zu trainieren. Ob man dann drei oder sechs Mal pro Woche zum Training geht, welches Programm man wählt, welche verschiedenen und wie viele Übungen, mit welchem Gewicht und mit wie vielen Wiederholungen man trainiert: Man wird allein dadurch, dass man regelmäßig und hart trainiert, garantiert Fortschritte machen. Egal, wie suboptimal das Programm in all seinen Variablen ist.

Auf der anderen Seite kann man das „perfekte“ Programm haben (sofern es das gibt): Trainiert man entweder unregelmäßig oder nicht hart genug – oder beides – wird man nicht viel erreichen.
Das Optimum holt man dann heraus, wenn die Basics stimmen und dann noch die kleinen Schrauben so gedreht werden, dass ein intelligent geplantes und sinnvolles Trainingsprogramm herauskommt. Trainiert man dieses dann regelmäßig und hart, sind enorme Fortschritte vorprogrammiert.

Dasselbe gilt für die Ernährung: Auch hier beschäftigen sich zu viele Leute zu sehr mit relativ unwichtigen Fragen: Welche Supplemente muss ich nehmen, um abzunehmen / Muskeln aufzubauen? Wie viele Mahlzeiten muss ich essen und zu welcher Uhrzeit?

Die wichtigsten Basics in der Ernährung sind: Die Versorgung mit essentiellen Nährstoffen und die passende Kalorienbilanz. Wer abnehmen möchte, muss sich in einem Kaloriendefizit befinden, wer effizient Muskulatur aufbauen möchte, sollte sich in einem Kalorienüberschuss befinden.

Ein gutes Beispiel sind Fatburner: Menschen geben Geld dafür aus, sich einen Fatburner („Fettverbrenner“) in Form von Kapseln oder Tabletten zu kaufen. Sie hoffen dann, dadurch Fett zu verlieren, ohne ihre Ernährung im Griff zu haben. Das Resultat: Ohne Kaloriendefizit kann man sich drei ganze Packungen Fatburner am Tag reinhauen – ohne ein ausreichendes Kaloriendefizit wird man außer Übelkeit, Herzrasen und Schlafstörungen nicht viel erreichen.

„Majoring the minors“ – Zu deutsch: Sich zu sehr auf die unwichtigen Dinge konzentrieren. Das Ergebnis: Die wirklich wichtigen Dinge werden vernachlässigt.

Der beste Fatburner ist und bleibt ein konstantes Kaloriendefizit. In der Theorie simpel, im echten Leben aber natürlich deutlich schwerer umzusetzen, als sich jeden Morgen fünf Kapseln einzuwerfen. Fatburner ohne Defizit funktioniert nicht. Defizit ohne Fatburner hingegen funktioniert immer und wunderbar.

Die Basics sind Trumpf. Stimmen diese nicht, bringen die besten Tipps und Tricks nicht. Diese bauen nämlich immer auf der Annahme auf, dass die Grundlagen da sind. Auch wenn die besten Bodybuilder, Sprinter oder Fußballer sicherlich teilweise ausgefallene Trainingstechniken haben: Sie alle trainieren regelmäßig und hart. Auch wenn ein Bodybuilder in einer Wettkampf-Diät einige Supplemente nutzt, um seine Diät angenehmer und effektiver zu gestalten: Er befindet sich in einem konstanten Kaloriendefizit.

„Anyone great at anything is brilliant at the basics.“

Zu guterletzt noch etwas zu einem enorm wichtigen Begriff, wenn es um Fortschritt und Zielerreichung geht: Die Adherence. Ein Englisches Wort, im Deutschen Adhärenz, das Einhaltung, Befolgung, Festhalten bedeutet.
Die Basics sind wichtig, das sollte nun klar sein. Ohne Adherence, also das strikte Befolgen der Basics, bringen aber auch sie relativ wenig. Wenn ich nur an drei Tagen der Woche ein Defizit habe oder nur jedes dritte Training hart trainiere, ist das äußerst ineffizient. Der wirkliche Fortschritt kommt erst dann, wenn man über einen längeren Zeitraum sehr viel richtig macht. Eine Woche hartes Training wird nicht viel ändern. Ein Monat schon eher. Und ein Jahr – garantiert. Ein Tag im Defizit wird die Pfunde nicht purzeln lassen, nach einer Woche können es aber schon ein bis zwei Kilo sein.

Wenn die Basics Trumpf sind, ist Adherence der Trumpf der Trümpfe.

 

2 Comments

  • Hans Berod

    18. Dezember 2018 @ 19:04

    Das trifft jawohl den Nagel auf den Kopf.
    Hat mich doch glatt wachgerüttelt; bin leider einer von der Sorte, die gern viel „Schlaues Zeug“ lernen und anwenden wollen, aber die Basics aus dem Blick verlieren… Danke dafür und weiter so!

  • Nick

    19. Dezember 2018 @ 9:58

    Amen!
    FUNDAMENTE! Back2basics. Sehr guter Artikel, trifft es auf den Punkt.

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